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S.A.F.E.-Protokoll

Security / Affect / Focus / Evaluation

Das S.A.F.E.-Protokoll der SPECIAL PEOPLE Inclusion Association ist weit mehr als eine Richtlinie zur Deeskalation. Es ist ein hochpräzises, neurobiologisch fundiertes Interventionswerkzeug für Mitarbeitende und speziell für Inclusion Coaches. Während herkömmliche Systeme in Krisenmomenten oft auf Kontrolle, Disziplinierung oder chemische Ruhigstellung setzen, zielt S.A.F.E.-Protokoll darauf ab, die emotionale Souveränität der Klientin oder des Klienten wiederherzustellen, ohne seine soziale Rolle oder Würde zu verletzen.

Protokoll und Ablauf

Vermeide die klassische «Amts-Atmosphäre». Wir wollen keinen Verhörraum, sondern einen «Safe Space», der Sicherheit signalisiert und gibt.

  • In der ersten Phase steht nicht nur die physische Sicherheit, sondern primär die ästhetische und soziale Sicherheit im Zentrum.

    • Schutz der sozialen Rolle: Wenn ein Mensch im öffentlichen Raum (Café, Arbeitsplatz, Nachbarschaft) eine emotionale Spitze erlebt, droht der «Zoo-Effekt» – die öffentliche Stigmatisierung als «hilfsbedürftiger Patient».

    • Intervention: Der Inclusion Coach fungiert als menschliches Schutzschild. Er minimiert sofort externe Reize (Lärm, Licht, Zuschauer) und schafft einen geschützten Raum. Er schirmt den Klienten physisch und sozial ab, um dessen Würde zu bewahren. Sicherheit bedeutet hier: Schutz vor dem Umfeld.

  • In dieser Phase agiert der Inclusion Coach als externes Nervensystem. Basierend auf der Polyvagal-Theorie nach Stephen Porges wissen wir, dass ein gestresstes Nervensystem keine rationalen Argumente verarbeiten kann.

    • Die neurobiologische Spiegelung: Der Inclusion Coach nutzt die Kraft der Co-Regulation. Durch bewusste Kontrolle der eigenen Atemfrequenz, eine ruhige, sonore Stimmlage und eine offene, deeskalierende Körperhaltung signalisiert er der Klientin oder dem Klienten Sicherheit.

    • Souveränes Aushalten: Der Coach verzichtet auf Belehrungen oder Befehle. Er hält die emotionale Entladung souverän aus. Diese «Antwortbeziehung» (Resonanz) führt dazu, dass sich das Nervensystem der Klientin oder des Klienten an das des Coaches angleicht und das Erregungsniveau sinkt.

  • Sobald die akute Spitze bricht, muss der Klient aus dem emotionalen „Tunnel“ zurück in das Hier und Jetzt geführt werden. Da das kognitive Denken noch eingeschränkt ist, erfolgt der Zugang über die Sinne.

    • Methodik der Basalen Stimulation: Wir nutzen sensorische Impulse, um den Fokus umzulenken. Das kann ein Kältereiz (ein Glas Wasser), ein fester Druck auf die Schultern (Propriozeption) oder eine gezielte Bewegung sein.

    • Rückkehr zur Handlungsfähigkeit: Der Fokus wird weg vom auslösenden Trigger (dem Problem) hin zur eigenen Körperwahrnehmung und zur unmittelbaren Umwelt verschoben. Dies bereitet den Weg für das Fading-out der Krisenintervention vor.

  • Ein S.A.F.E.-Einsatz endet nicht mit der Beruhigung, sondern mit der systemischen Analyse.

     

    • Wiederherstellung der Ästhetik: Unmittelbar nach der Krise unterstützt der Inclusion Coach die Klientin oder den Klienten dabei, sein Äußeres wiederherzustellen (Kleidung richten, Haare ordnen). Dies ist entscheidend, damit die Klientin oder der Klient wieder in seine wertgeschätzte Rolle (z. B. Kollege oder Gast) zurückkehren kann.

    • Der Teachable-Moment: Erst in einem Zustand vollständiger Entspannung wird die Situation gemeinsam reflektiert. Was war der Trigger? Wie können wir die Umwelt (Babel-Strukturen) anpassen, um diesen Stressfaktor künftig zu minimieren?

    • Reporting: Die Ergebnisse fließen in die ies-Dokumentation (Life Coach) ein. Dies dient der wissenschaftlichen Evaluierung und der Prävention künftiger Krisen.

Das Protokoll transformiert eine Krise von einer «Störung» in eine Lernchance für Resilienz. Die Formel der emotionalen Souveränität:

 

Sicherheit = (Präsenz + Co-Regulation) - Restriktion

 

Indem der Inclusion Coach das S.A.F.E.-Protokoll beherrscht, schützt er die Klientin oder den Klienten vor der Gruppendynamik des Systems (chemische Fixierung oder Wegsperren) und ermöglicht Inklusion selbst in den schwierigsten Momenten.

Die PDF-Datei enthält die Beschreibung des S.A.F.E.-Protokolls und eine Einsatzkarte zum Ausdrucken.

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